Surprise #608

05.09.2025

Versicherheitlichung

In der Nacht vom 8. auf den 9. September 2020 wurde das Flüchtlingslager Moria bei einem Brand fast vollkommen zerstört. Heute erinnert auf der griechischen Lesbos kaum noch etwas an diese Zeit. Moria, einst das grösste Flüchtlingslager Europas, war damals und ist auch heute noch Sinnbild für eine verfehlte europäische Migrationspolitik. Für 2800 Personen konzipiert, lebten in Moria zeitweise 20’000 Menschen.

Die Journalistin Franziska Grillmeier schildert, wie sich seitdem in Europa ein restriktives und menschenverachtendes System etabliert hat. Versicherheitlichtung, geprägt von Abschottung, Aufrüstung, Zäunen, gewaltsamen Zurückweisungen (Pushbacks), unterlassener Seenotrettung und der wachsenden Rolle der EU-Grenzschutzagentur Frontex. Schutzsuchende — viele von ihnen Kinder — werden hier in Europa im Gegenzug wie Schwerverbrecher behandelt zu werden.

Der Fotograf Murat Türemiş war vor Ort als Moria brannte, dokumentierte das Lager davor und die Zeit danach. Bilder, die auch Jahre später noch nachwirken. Dies — und wie immer noch viel mehr — in der aktuellen Ausgabe des Surprise Strassenmagazins, ab heute bei der Verkäufer*in deines Vertrauens auf der Strasse erhältlich.

#Surprise608, more to come.